Die Parodontitis

(früher auch Parodontose genannt) ist eine Entzündung des Zahnbetts, die durch Bakterien verursacht wird. Sie entwickelt sich meist parallel oder nach einer Zahnfleischentzündung und verläuft zunächst schmerzlos. Wie wäre es, wenn jeder Mensch selbst erkennen könnte, ob er gefährdet ist? 

Bei mehr als 80{fda39b53b689dd5163b58e4bad17b44b4f0378109e23244dc16148c888acc808} aller Deutschen ist auffälliges, ungesund aussehendes Zahnfleisch zu beobachten, das auf eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) hinweist. Auch 15{fda39b53b689dd5163b58e4bad17b44b4f0378109e23244dc16148c888acc808} aller Zahnimplantatpatienten entwickeln im Lauf der Zeit diese Beschwerden.

Schon seit ein paar Jahren gibt es die Möglichkeit, durch einen aMMP-8-Biomarker-Schnelltest eine solche Entzündung festzustellen. Dieser wird vom Zahnarzt durchgeführt. Bei aMMP-8 handelt es sich um ein Enzym, das schon früh während der parodontalen Entzündung vom Immunsystem des Körpers ausgeschüttet wird. Durch den Nachweis hoher aMMP-8-Werte kann parodontaler Gewebeabbau bereits erkannt werden, wenn noch keine Zeichen wie z.B. Zahnfleischbluten oder Zahnfleischrückgang sichtbar sind. Es können umgehend entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Dies erfolgt in Form einer professionellen Zahnreinigung oder Parodontitis-Behandlung.

Schon bald kann ein aMMP-8-Test von jedem selbst durchgeführt werden! Wissenschaftlern der Universität Würzburg ist es gelungen, ein Kaugummi zu entwickeln, mit dem das Enzym aMMP-8 nachgewiesen werden kann. Das Kaugummi enthält als Sensor die Substanz Denatonium, die bitterste bislang bekannte Substanz. Der Bitterstoff ist fest an ein Peptid gebunden, so dass das Kaugummi im Normalfall einen neutralen Geschmack hat. Der Speichel eines gesunden Menschen kann den Bitterstoff nicht von seinem Träger lösen. Enthält der Speichel jedoch das Enzym aMMP-8, schmeckt es bitter.

Dieses neu entwickelte Kaugummi könnte helfen, zusätzlichen Laboraufwand zu ersetzen und Kosten zu sparen, indem jeder Patient überall und jederzeit diesen Test selbst und eigenverantwortlich durchführen und frühzeitig zahnärztliche Hilfe in Anspruch nehmen kann.

Eine sinnvolle und effektive Innovation auch für unsere ganzheitlich orientierte Praxis – uns gefällt das !

(Quelle: Der freie Zahnarzt – Oktober 2017)

 

 

2018-03-05T15:55:38+00:00 12. Oktober 2017|Aktuelles|